PM: FJR-Vorstandswahlen, Solidarität mit Studierenden & keine Zwangsdienste an der Schule
03. Dezember 2025
Pressemitteilung
+++ Nachwahlen zum FJR-Vorstand +++
Am 27. November 2025 fand die letzte Mitgliederversammlung des Frankfurter Jugendrings im Haus der Jugend statt. Hier die wichtigsten Ergebnisse:
FJR-Vorstand: Zwei neue stellvertretende Vorsitzende
Aus der Mitgliederversammlung wurden zwei weitere stellvertretende Vorsitzende in den Vorstand nachgewählt. Als stellvertretende Vorsitzende wurde Judith Bartel (SJD-Die Falken) und
Konstantin Nimmerfroh (DGB-Jugend Frankfurt) gewählt. Beide engagierten sich bereits seit März in verschiedenen FJR-Bereichen wie der Vielfalt am Main und der Öffentlichkeitsarbeit. Dadurch hat der Vorstand vom FJR jetzt fünf Mitglieder.
Zwei inhaltliche Anträge aus der Mitgliederversammlung
Für rege jugendpolitische Diskussionen sorgten zwei kurzfristig von Mitgliedsverbänden eingereichte Anträge. Nach intensiver Diskussion erhielten beide Anträge breite Zustimmung.
Gegen Zwangsdienste
Die Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) brachte einen Antrag zum Schulstreik am 05.12.2025 ein. Junge Menschen protestieren bundesweit mit Aktionen gegen die scheibchenweise Wiedereinführung der Wehrpflicht. In Frankfurt startet der Schulstreik um 12 Uhr am Willy-Brandt-Platz. Ab 14 Uhr findet im ExZess ein Rahmenprogramm statt, um 18 Uhr startet die Demo „Nein zur Wehrpflicht“ an der Bockenheimer Warte. Die Teilnehmenden stellen sich mit dem Schulstreik gegen Zwangsdienste, gegen Kriege und fordern, dass wenn Schulden aufgenommen werden, dann für Bildung und Ökologie. Außerdem muss die Jugend an allen sie betreffenden Fragen beteiligt werden. Am 5.12. verabschiedet voraussichtlich der Bundestag das neue „Wehrdienst-Modernisierungsgesetz“. Die DFG-VK appelliert in ihrem Antrag an Schulleitungen und Eltern, Aktionen während der Schulzeit nicht zu sanktionieren. Auch die Lehrkräfte fordert sie auf, Aufklärungsarbeit zu Krieg und Frieden sowie zum Grundrecht der Kriegsdienstverweigerung zu machen und der „einseitige[n] und massive[n] Bundeswehr-Reklame gegenüberzustellen“. Über die Mailadresse kdv-ffm
dfg-vk [dot] de hat der Verband eine Beratungs-Hotline für junge Menschen eingerichtet.
Solidarität mit Studierenden
- Der Antrag zur Solidarität mit den Studierenden der Goethe-Universität wurde vom Internationalen Jugendverein Frankfurt (IJV-Frankfurt) eingebracht. Der FJR schließt sich den Forderungen an, die Regelungen zur Maximalstudienzeit und der Deutschpflicht für alle Studierenden zurückzunehmen und weitere Kürzungen im Bereich der Hochschulbildung abzuwenden. Studieren darf nicht noch mehr von der sozialen Herkunft abhängig sein. Dr. Markus Lörz und Prof. Dr. Kai Maaz (DIPF – Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation) bestätigten im Online-Magazin DENK-doch-MAL.de , dass die soziale Herkunft, Geschlecht und Migrationsstatus weiterhin ausschlaggebend seien, wenn es um Chancen auf ein Studium geht. Der FJR spricht sich ganz klar gegen diese neuen Regelungen aus, da diese die ungleiche Verteilung von Bildungschancen weiter verschärfen würden und Studierende
- mit psychischen Erkrankungen,
- mit Kindern bzw. mit Kinderwunsch,
- die Pflegeaufgaben für Angehörige übernehmen,
- mit Behinderung,
- aus nicht-privilegiertem Elternhaus,
- aus nicht-akademischem Elternhaus,
- mit Flucht-/Migrationserfahrung
zusätzlich benachteiligt und den Zugang zu einem Hochschulabschluss deutlich erschwert. Frankfurt wird als Studienort damit unattraktiver, da Studieren nur mit Nebenverdienst für viele möglich ist, um die im bundesweiten Vergleich hohen Lebenshaltungskosten wie fürs Wohnen decken zu können. Denn Frankfurt ist nach Mietpreis für Wohnungen bemessen auf Platz 2 der teuersten Städte Deutschlands mit 19,17 € pro qm (s. Statista 2024). Laut einer Universitätsweiten Studierendenbefragung von 2022[1] arbeiteten 72,3% nach eigenen Angaben während des Studiums. Das sind sechs Prozentpunkte mehr als noch 2012/13, als 66% der befragten Studierenden angaben, neben dem Studium zu arbeiten. Zur Erwerbstätigkeit konnte ein Zusammenhang mit dem Studienverlauf festgestellt werden: der Absolvent*innenstudie zufolge (Prüfungsjahrgänge 2020-2022) nennen 32,1 % der befragten Absolvent*innen Erwerbstätigkeit als Grund für verlängerte Studienzeit. In Frankfurt wird dieser Zusammenhang signifikant häufiger angegeben als an anderen Universitäten (24,9 %).
Das Aktionsbündnis Studieren ohne Stoppuhr! ruft zur studentischen Vollversammlung am 9.12.2025 an der Goethe Universität im Großen Festsaal im Casino auf.
Bei Fragen:
Rabab Flaga (sie/ihr)
Tel. 069 56 000-116
Mobil 0176 97719357
rabab [dot] flaga
frankfurterjugendring [dot] de
[1] Universitätsweite Studierendenbefragung | Studium Lehre Internationales – Quantitative Instrumente, Kennzahlen, Kapazität und Statistik (QUIKKS, sli-quikks
uni-frankfurt [dot] de)


