Konzept Inklusion
Vielfalt und junge Menschen in den Fokus rücken
Der Frankfurter Jugendring (FJR) entwickelt das Konzept für Vielfalt am Main (VaM) für die Jahre 2026-27 stetig weiter. VaM möchte ein Zeichen gegen jede Form der Diskriminierung und für Vielfalt setzen. Einerseits ist Frankfurt Vorzeige-Metropole für eine postmigrantisch geprägte Stadtgesellschaft. Das bedeutet, dass einstmals zugewanderte Menschen sich längst als Teil der Gesellschaft identifizieren und andere Kulturen, Religionen usw. mit Frankfurt verwoben sind. Andererseits geht es nicht mehr nur um (zugeschriebene) Herkunft, wenn von Diversität die Rede ist: Diskriminierungsformen wirken verschränkt und geschehen auf Grundlage von:
- sexueller Orientierung,
- geschlechtlicher Identität,
- nationaler Herkunft,
- rassifizierten Zuschreibungen,
- Behinderung bzw. körperlicher/geistiger Gesundheit,
- Alter,
- Religionen und Weltanschauungen,
- sozialer Herkunft.
VaM nimmt junge Menschen in den Fokus, da für diese Gruppe eine Unterversorgung mit selbstorganisierten Räumen in Frankfurt besteht, in denen für das Verhandeln dieser Themen Platz ist. Oft stehen für junge Menschen dabei andere Herangehensweisen im Vordergrund, als das für ältere Menschen der Fall wäre. Wir denken, dass es wichtig ist, junge Menschen früh in Bezug auf unterschiedliche Diskriminierungsformen aber auch Lebensperspektiven zu sensibilisieren, um einen konstruktiven und demokratischen Umgang damit zu fördern.
Schwerpunkt 2026-27: Inklusion
VaM ist eine Veranstaltung, die junge Menschen anhand der oben dargestellten Dimensionen in den Fokus nimmt. Der Schwerpunkt für 2026-27 ist der Bereich Inklusion und blickt in verschiedene Intersektionen für und von jungen und behinderten Menschen.
Ab dem Jahr 2026 verschiebt sich der Fokus von VaM auf Lebensrealitäten junger Menschen mit Behinderung in Frankfurt. Die Lebensrealitäten behinderter Menschen unterscheiden sich stark je nach Art und Grad der Behinderung: Es wird unterschieden zwischen Körper- und Sinnesbehinderungen, chronische Erkrankungen, psychische und geistige Behinderungen und Mehrfachbehinderungen. Mit VaM möchten wir ab Januar 2026 neue Teilhabemöglichkeiten im außerschulischen Bereich für junge Menschen mit Behinderung schaffen, denn, wie alle jungen Menschen, brauchen auch junge Menschen mit Behinderung Kontakt und Austausch mit Gleichaltrigen und Orte der Selbstverwirklichung und des sozialen Lernens. VaM möchte nicht nur die Schnittstelle zwischen Behindertenhilfe und Jugendhilfe fördern, sondern für junge Menschen mit Behinderung neue Orte für mehr Selbstbestimmung schaffen. Die Jugendlichen werden in die Gestaltung des Programms und der Angebote einbezogen.
Um die Jugendlichen mit Behinderung den Jugendverbänden näher bringen zu können, wird mit einer kleinen Zahl Mitgliedsverbänden intensiver gearbeitet. Angebote sollen mit und über unsere Mitglieder organisiert werden. Durch diese Zusammenarbeit entstehen Synergien: Die Jugendverbände erhalten durch uns Beratung zu inklusiven Angeboten, sowie Unterstützung bei der Planung der Angebote und für uns entstehen Berührungspunkte zwischen jungen Menschen mit Behinderung und den Jugendverbänden, sowie können die Angebote durch die Unterstützung der Ehrenamtlichen der Verbände ausgiebiger begleitet werden.
Ziele von Vielfalt am Main 2026-27
In der Stadt
- Herausarbeiten von strukturellen Barrieren
- junge behinderte Menschen, die die bisherigen Jugendverbandsstrukturen nicht erreichen, sollen gezielt angesprochen und erreicht werden
- Sich Einsetzen für Sichtbarkeit und Verständnis mehrfachmarginalisierter Gruppen
- Stärken mehrfachmarginalisierter Gruppen Aufbau und nachhaltiger Vernetzungen
- Unkommerzielle Freiräume für behinderte Jugendliche
Innerhalb des Frankfurter Jugendrings
- Den FJR „diversifizieren“: Thematisch und praktisch
- Verankerung eines intersektionalen Ansatzes durch Fokus auf mehrere Diskriminierungsebenen
- dauerhafte Fortentwicklung von Vielfalt am Main
Ziel unseres Projektes ist der Ausbau von Angeboten für junge Menschen mit Behinderung. Wir erleben es regelmäßig und alle Kooperationspartner spiegeln uns dies wieder, dass in Frankfurt trotz bestehender Angebote der Behindertenhilfe eine hohe Nachfrage an nicht-kommerziellen Angeboten für junge behinderte Menschen besteht. Besondere Hürde für viele Eltern stellen fehlende Assistenzen dar, welche faktisch den Ausschluss ihrer Kinder bedeuten. Wir möchten, dass eine höchstmögliche Anzahl an behinderten Jugendlichen unsere Angebote wahrnehmen können und Räume entstehen, in denen sie nicht auf ihre Behinderung reduziert werden.
Zielgruppen
- Jugendverbände
- Jung und mit Behinderung
- Gruppen gezielt nach Behinderung und den Bedürfnissen unterstützen: Von Autismus Betroffene brauchen ruhigere übersichtlichere Räume Menschen mit Down-Syndrom wollen eher toben und laut sein.
Um an die Zielgruppen zu gelangen, wird ein Austausch mit Förderschulen und Behindertenwerkstätten, sowie Einrichtungen mit Angeboten für Jugendliche mit Behinderung stattfinden.
Bildung eines Beirats Inklusion
Die Schlüsselakteure sollen zusammengebracht werden, um die Fachlichkeit zu den spezifischen Intersektionen und den jeweiligen Zielgruppen zu bündeln. Der Beirat agiert beratend und unterstützend für die Projektleitung und die Assistenzkräfte.
Vernetzung innerhalb der Stadt Frankfurt fördern und Bewerbung der Vielfalt am Main 2026/27.
Vielfalt am Main 2026-2027
Einerseits richten sie sich an die junge Stadtgesellschaft, um die Anliegen der jungen behinderten Community bekannter zu machen und mehr Sensibilisierung und Solidarität für ihre Themen zu erwirken. Behinderte und nicht behinderte Jugendliche werden zusammengebracht (Bildungsprogramm).
Andererseits adressieren die Veranstaltungen explizit junge behinderte Menschen bis 27 Jahre, um sie in ihren Anliegen zu bestärken (Empowerment- und Beteiligungsprogramm).
Eine Kampagne begleitet VaM, die auf Social Media und in der Stadt die Jugendlichen über ihre Anliegen/Themen Sichtbarkeit und Gehör verschaffen soll und mehr Jugendliche zum Mitmachen animieren soll.
Die Veranstaltungen orientieren sich maßgeblich an den Bedarfen der Teilnehmenden. Im Falle des Bildungsprogramms werden fachliche Debatten über die Expertise der Schlüsselakteure im Beirat zusätzlich im Vordergrund stehen.
