Finanzierung der Offenen Kinder- und Jugendarbeit Auskömmlich – Gleichberechtigt – JETZT! Stiller Protest am Donnerstag, den 28.01.2021

27. Januar 2021

Für Instagram-Nutzer*innen: Folgt dem Kampagnen-Account und beteiligt euch der bei Instagram-Kampagne #Tag_der_geschlossenen_Tür!

Hier findet ihr Eindrücke vom letzten Protest am 10.12.2020 Früher war mehr Lametta.

Am Donnerstag, den 28.01.2021, demonstrieren der Frankfurter Jugendring und die freien Träger offener Kinder- und Jugendeinrichtungen gemeinsam mit ihren jungen Besucher*innen und den pädagogischen Fachkräften erneut für die auskömmliche und gleichberechtigte Finanzierung ihrer Einrichtungen. Seit Februar 2019 tun sie dies regelmäßig von 15:00 bis 16:00 Uhr, also eine Stunde vor der Sitzung der Stadtverordnetenversammlung, um auf die Unterfinanzierung dieses Arbeitsfeldes aufmerksam zu machen. Sie fordern von der Regierungskoalition die Einlösung ihres Versprechens. CDU, GRÜNE und SPD hatten im Koalitionsvertrag 2016 (S. 22f.) den „Ausbau von Jugendfreizeiteinrichtungen in der Offenen Kinder- und Jugendarbeit“ festgeschrieben und versprochen: „Wir werden im Verlaufe der Wahlperiode dafür sorgen, dass sich die Tariferhöhungen in den Leistungen an die Träger wiederfinden. Wir werden wie bei anderen Zuschussempfängern sicherstellen, dass die vereinbarten Tariftreueverpflichtungen eingehalten […] werden“. Passiert ist seitdem wenig. Seit Februar 2019 wird daher regelmäßig für die Einlösung des Koalitionsversprechens demonstriert, die bisherigen Ergebnisse (s.u. S. 6) sind jedoch nicht zufriedenstellend.

 

Bei ihrem Corona-konformen stillen Protest lassen 20 Vertreter*innen stellvertretend für alle Betroffenen im gesamten Stadtgebiet bunte Banner mit den Forderungen auf dem Römerberg sprechen. Zahlreiche offene Kinder- und Jugendeinrichtungen beteiligen sich mit ihren eigenen, kreativ gestalteten Bannern auf diese Weise direkt an der Demonstration. Zeitgleich werden unter dem Hashtag #tag_der_geschlossenen_tuer auf den Instagram-Seiten und Facebook-Seiten der Einrichtungen und deren Unterstützer*innen diese Banner erscheinen. So wird die Reichweite des Protestes vervielfacht, ohne dass gesundheitliche Risiken eingegangen werden müssen.

Es drohen Schließungen, wenn die Stadt Frankfurt nicht für eine auskömmliche Finanzierung sorgt und damit auch die Ungleichbehandlung in der Finanzierung von Trägern und Einrichtungen beendet. Die jahrelange Deckelung dieser Zuschüsse durch die Stadt Frankfurt bei kontinuierlichen Kostensteigerungen für Personal, Liegenschaft und Sachmittel ignoriert die realen Lebens- und Arbeitsbedingungen in der wachsenden Stadt Frankfurt am Main.

 

Offene Kinder- und Jugendeinrichtungen sind auch und gerade in Krisenzeiten, wie z.B. der Corona-Pandemie, unverzichtbare Orte der Diversität, der außerschulischen Bildung, der Demokratiebildung, der kulturellen Teilhabe, der Freizeitgestaltung, der Innovation, der individuellen Beratung und Unterstützung sowie der Gleichberechtigung aller Besucher*innen. Sie sind seit Jahrzehnten ein fester und unentbehrlicher Baustein der Stadtgesellschaft und Beitrag zur Sicherung des sozialen Friedens in der Stadt.

Die Einrichtungen der Offenen Kinder- und Jugendarbeit arbeiten mit den Schulen, mit Sportvereinen und zahlreichen weiteren Partner*innen überwiegend stadtteilbezogen vernetzt zusammen und wirken den vielen Benachteiligungen von Kindern und Jugendlichen in unserer Stadt entgegen. Das gilt insbesondere für Kinder und Jugendliche, die in Frankfurt in Armut leben müssen und für die Kinder- oder Jugendhäuser zum Teil  ein zweites Zuhause sind. Die Einrichtungen tragen wesentlich zu einer Verbesserung der Lebensumstände von jungen Menschen und damit auch zur Erhaltung des so oft beschworenen sozialen Friedens in der Stadt bei.

 

Für den Frankfurter Jugendring

und

die beteiligten Träger der freien Jugendhilfe in der AG § 78 SGB VIII - Kinder- und Jugendarbeit

 

 

Christian Telschow

Vorstandsmitglied Frankfurter Jugendring

www.frankfurterjugendring.de

27.01.2021