Neues vom Förderverein KZ Katzbach

15. Dezember 2016

Newsletter des Fördervereins für die Errichtung einer Gedenk- und Bildungsstätte „KZ-Katzbach“ in den Adlerwerken und zur Zwangsarbeit in Frankfurt am Main

- Dezember 2016 -

Erst nachdem im Frühjahr dieses Jahres der Verein - die Gründungsversammlung erfolgte bekanntlich bereits im Oktober 2015 - vom Amtsgericht Frankfurt ins Vereinsregister eingetragen wurde und uns das Finanzamt Frankfurt den Status der Gemeinnützigkeit zugebillt hatte, konnte der Vorstand so „richtig durchstarten“.

So beteiligte er sich am Sommerprogramm der Route der Industriekultur Rhein-Main mit zwei Veranstaltungen. Einer Führung, die den wenigen noch vorhandenen Zeugnissen an das Außenlager des KZ Natzweiler auf dem vormaligen Industriegelände und im Stadtteil nachspürte sowie einem Referat in der dreigeteilten Vortragsveranstaltung zur „Geschichte der Adlerwerke“ – einer Kooperation mit der DGB-Region Frankfurt-Rhein-Main und dem Gallus Theater, die auch im kommenden Jahr fortgesetzt werden soll. Im Herbst-Winter-Programm der „Route“ beteiligte sich der Förderverein mit einem Vortrag („Ein Konzentrationslager in den Adlerwerken“).

Am 5. Dezember fand im Gallus Theater eine Podiumsdiskussion statt mit dem Titel „Was weiß man über das fast unbekannte Lager im Herzen der Großstadt Frankfurt am Main? Warum wurde das Gedenken seiner Opfer jahrzehntelang in den Schatten gestellt?“, deren Träger das polnische KARTA Zentrum und die Claudy Stiftung waren. Prominent besetzt war nicht nur das Podium, sondern auch die Ankündigung der Diskussion mit einer Doppelseite im Lokalteil der Frankfurter Rundschau am Veranstaltungstag. Grußworte sprachen Przemyslaw Gembiak, Vizekonsul des Generalkonsulats der Republik Polen in Köln, und Martin Bock von der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft”.

Den Förderverein vertrat unser 1. Vorsitzender Horst Koch-Panzner auf dem Podium, desweiteren nahmen teil: Dr. Hermann Düringer (Vorsitzender des Vereins „Zeichen der Hoffnung – Znaki Nadziei”e.V.), Lothar Reininger (Vorsitzender des Vereins Leben und Arbeiten im Gallus und Griesheim e.V. und letzter Betriebsratsvorsitzender der Adlerwerke), Joanna de Vincenz (Initiatorin des deutsch-polnischen Projektes zum Gedenken an die Opfer des KZ Katzbach, Autorin der Interviews mit den Zeitzeugen („Die letzten Zeugen. Gespräche mit Überlebenden des KZ-Außenlagers Katzbach in den Adlerwerken Frankfurt am Main”) und Prof. Robert Traba (Direktor des Zentrums für Historische Forschungen der Polnischen Akademie der Wissenschaften in Berlin). Die Diskussion moderierte Winfried Becker, Leiter des Gallus Theaters. Einig waren sich alle Diskussionsteilnehmer*innen auf dem Podium und im Saal, dass eine Gedenkstätte längst überfällig sei. Ein ausführliches Statement des Leiters für Grundsatzfragen und stellvertretenden Büroleiters der Kulturdezernentin, David Dilmaghani, sorgte für lebhaften Applaus, nachdem dieser erklärte, dass sich im Dezernat eine Arbeitsgruppe gebildete habe, die der geplanten Gedenk- und Bildungsstätte positiv gegenüber stehe.

Im Anschluss sagte Vizekonsul Gembiak dem Fördervereinsvorsitzenden zu, eine Tagung zur geplanten Gedenk- und Bildungsstätte im kommenden Jahr zu finanzieren und Frau Joanna de Vincenz bot an, ihre Materialsammlung über das KZ-Katzbach inklusive der Tonaufzeichnungen mit Überlebenden dem Förderverein zur Verfügung zu stellen.

Um sich lokal stärker zu vernetzen wird der Förderverein mit dem AWO-Ortsverein Gallus zusammen arbeiten. Weitere Kooperationen im Gallus werden angestrebt. Durch den Beitritt zum Verbund der Gedenkstätten des Komplexes KZ-Natzweiler und dem Verein KZ Gedenkstätte Sandhofen wird die regionale Kooperation mit erfolgreich arbeitenden Gedenkstätten auf eine breitere Basis gestellt.

Ende März 2017 ist im Gallus Theater eine Gedenk-Veranstaltung des Fördervereins zum 72. Jahrestag des Todesmarsches der Katzbach-Häftlinge geplant.

Mit freundlichem Gruß

Gez.: Horst Koch-Panzner, Vors. Gez.: Herbert Bauch, Vorstand

V.i.S.d.P.: Horst Koch-Panzner

Förderverein für die Errichtung einer Gedenk- und Bildungsstätte KZ Katzbach in den Adlerwerken und zur Zwangsarbeit in Frankfurt am Main

Henschelstraße 11 - 60314 Frankfurt am Main
Email: kzkatzbachatweb [dot] de

Info

Ansprechpartner

Sébastien Daudin, Referent
Tel.: 069 56 000 116
sebastien [dot] daudinatfrankfurterjugendring [dot] de